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Hedging

Der Begriff „Hedging" wird Ihnen als Händler immer wieder begegnen. Doch erst einmal die „offizielle" Definition:

Der Begriff Sicherungsgeschäft, Kurssicherung oder Hedgegeschäft (kurz Hedging; von engl. to hedge, „absichern“) bezeichnet ein Finanzgeschäft zur Absicherung einer Transaktion gegen Risiken wie beispielsweise Wechselkursschwankungen oder Veränderungen in den Rohstoffpreisen. Die Person oder Unternehmung, die eine Transaktion hedgen möchte (auch Hedger genannt), geht zu diesem Zweck eine weitere Transaktion ein, die mit der zugrunde liegenden Transaktion gekoppelt ist. Dies findet gewöhnlich in der Form eines Termingeschäfts statt. Ein perfekter Hedge eliminiert jegliches systematische Risiko, ist aber in der Praxis fast unmöglich. Quelle: Wikipedia

Im Zusammenhang mit dem Hedging tauchen verschiedene Fragen auf: Was will man genau hedgen, was kann man hedgen und was macht wirklich Sinn?

Gehen wir von einem Beispiel aus dem alltäglichen Devisen-Handel aus: Sie sind einen EUR/USD Trade short eingegangen, der aktuell einen Verlust von 27 Pips ausweist. Die Indikatorenlage bessert sich, Sie wollen nicht aus dem Trade gehen, aber die Gefahr eines weiteren Anstieges ist noch nicht vorüber. Im Prinzip möchte man in dem Trade bleiben, aber sein Money Management nicht überschreiten. Sie hätten also jetzt die Möglichkeit, die Position gewissermaßen „einzufrieren“ bzw. die Gegenposition einzugehen.

Sicherlich eine Möglichkeit. Aber dann hat man gleich zwei Probleme. Das erste Problem ist die Frage nach der ausreichenden Margin. Das zweite Problem besteht in der Frage, wann man die eine oder die andere Position auflöst. Fakt jedoch ist: Sie sind in der Zwickmühle und höchstwahrscheinlich wird ein kleiner Verlust übrig bleiben. Allein der ist als sicherer Verlust zu verbuchen und bis die Auflösung der zweiten Position vollzogen ist, gehen auch noch einmal ein paar Pips ins Land.

Wir erachten das Hedging in solchen klassischen Trading-Situationen als nicht besonders sinnvoll. Sie setzen sich zusätzlich unter Druck. Und nur selten schafft es die Gegenposition, den entstandenen Verlust auszugleichen.

Es mag vielleicht Marktsituationen wie zum Beispiel lange und nervige Seitwärtsbewegungen geben, in denen man mit diesen Strategien etwas herausholen kann. Doch ansonsten sollte beim Handel gelten: Wir haben eine Meinung, ein Money Management. Wenn ich falsch liege, gehe ich aus dem Markt. Das ist eine klare Angelegenheit.

Anders verhält es sich mit langfristigen Positionen. Gerade im Aktienbereich. Sie haben in schwierigen Marktlagen nur die Chance, über ein Hedging Ihr Depot abzusichern oder die momentanen Verluste in Grenzen zu halten. Das gleiche gilt auch für Großgeschäfte, die von den Wechselkursen beeinflusst werden.

Gerade im Treibstoff- oder Ölgeschäft, wenn das Zahlungsziel in der Zukunft liegt, wird „geswapt“. Wie soll die Lufthansa sonst Flüge ein Jahr im Voraus anbieten, ohne eine Kalkulationsgrundlage für den Treibstoff zu haben? Dies ist aber kein echter Hedge mehr, sondern ein gekoppeltes Termingeschäft, das mit Sicht auf 3 bis 6 Monate geschlossen wird. Solche Geschäfte sind nicht als Notbremse gedacht, sondern bilden die Basis für eine bessere Kalkulation.

Das Hedgen kann natürlich auch als fester Bestandteil der eigenen Handelsstrategie benutzt werden. Hierbei handelt es sich aber um ein „tough game“. Wir würden Ihnen allerdings raten, solche Absicherungsgeschäfte nicht zur Regel zu machen. Wenn wir einen Trade eingehen, sprechen wir öfters vom „Nagel in die Wand hauen“.

Hedgen bedeutet, gleich zwei Nägel zu versenken. Diese Taktik lässt beide Optionen von short und long offen. Es ist aber wirklich eine Mentalitätsfrage, die nicht jeder verkraften kann.

In unseren Sinn, ist der Devisenhandel ein sauberer. Wir treffen eine Entscheidung, haben einen SL und wenn es die falsche Richtung oder das falsche Timing gewesen war, dann ist es so. Aber danach können wir wieder klar denken und müssen uns nicht mit zwei Positionen plagen.

Daniel Fehring / Forex-Sun.com

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