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Börsensprüche

Heute mal wieder ein kleiner Ausflug in die Historie. Nein ... schalten Sie nicht gleich ab. Wir wollten Ihnen ein paar Händlersprüche vom Parkett näher bringen. Die Zeiten haben sich geändert und wir sitzen nur noch vor den Computern. Früher haben sich die Menschen noch unterhalten und sich verbal ausgetauscht. Daher mal ein paar Ausdrücke aus der Vergangenheit, damit diese nicht aussterben.

Vorweg muss aber gesagt werden, dass der Börsenhandel sehr international ist und daher sehr viele Sprüche aus dem angelsächsischen Bereich stammen.

  1. Monkey: Fangen wir mit dem Kleinsten an. Rief ein Händler den anderen an und teilte ihm mit, dass er ihm einen Monkey verkauft, meinte er eine Stückzahl von 500. Erklärung: Für ein großes Handelshaus nur 500 Stück zu handeln, ist lächerlich und er machte sich zum Affen, auch wenn er es nicht wollte.
  2. Pavarotti: Kommen wir zum Gegenteil. Gleiche Situation. Ruft ein Händler den anderen an, und verkauft ihm einen Pavarotti, meint er die Stückzahl von 10.000. Erklärung: In Cockney (Londoner Umgangssprache) wird der „Tenor“ als tenner ausgesprochen. Wer war der berühmteste Tenor der Welt? Natürlich Pavarotti. Im Umgangsenglisch sagt man zu einem 10er „tenner“ (klingt wie Tenor schnell ausgesprochen). Also ist ein 10er, respektive 10.000, ein Pavarotti. Nur zur Verdeutlichung, so wurde gehandelt. Zahlen wurden selten genannt.
  3. Donkey: Händler, der ein Dummkopf ist. Wurde meist im netten Sinne verwendet. Hatte aber einen ernsten Hintergrund. Übersetzt heißt es Esel.
  4. Rabbit: Auf gut Deutsch Angsthase. Das war immer derjenige am Händlertisch, der schon die ganze Zeit erzählte, dass er short gehen möchte, den Einstieg verpasst hat und dann zu jammern anfing.
  5. Brief 1: Unterhalten sich zwei Parketthändler und der eine ist nicht einverstanden mit etwas, dann sagte er zu dem anderen: „ Das bleibt Brief“.
  6. Brief 2: Unterhalten sich zwei Parketthändler und der eine ist absolut nicht einverstanden mit etwas, dann sagte er zu dem anderen: „Das ist gestrichen Brief“
  7. Brief 3: Unterhalten sich zwei Parketthändler und der eine ist absolut gar nicht einverstanden mit etwas, dann sagte er zu dem anderen: „Das ist gestrichen Brief Taxe“
  8. Brief 4: Hier war Vorsicht geboten! Geht es in die Richtung, jetzt kannst Du mich aber gerne haben (oder noch schlimmer ausgedrückt….), dann sagte man: „gestrichen Brief Taxe und bleibt gehämmert Brief“. Das war unmissverständlich und wie gesagt mit Vorsicht zu genießen.
  9. Punkt 5-8 sind auch mit „Geld“ verwendet worden, wenn etwas sehr begehrt worden ist (meist im Zusammenhang mit Frauen).

Erklärung: Musste ein Kursmakler einen Kurs feststellen, hatte er die Aufgabe Angebot und Nachfrage bestmöglich zusammen zuführen. War das Angebot vorhanden und die Nachfrage kleiner, dann wurde der Kurs mit Brief angeschrieben. War das Angebot und überhaupt keine Nachfrage vorhanden, dann wurde der Kurs gestrichen, daher „gestrichen Brief“. War überhaupt nichts vorhanden, aber der Makler wusste, es sitzt ein Verkäufer auf der Lauer einen Käufer zu finden, wurde der Kurs gestrichen Brief Taxe (geschätzt) angeschrieben. Das „gehämmert“ wurde nur noch im umgangssprachlichen Privatgespräch hinzugefügt.

 So könnten wir jetzt weiter machen, aber wir wollen Sie nicht überstrapazieren. Zum passenden Zeitpunkt geben wir noch ein paar weitere Einblicke in den Jargon der damaligen Parkett-Händler.

Daniel Fehring / Forex-Sun.com

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