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Optionsstrategien im Überblick

Da sich Optionen bei Anlegern und auch bei unseren Kunden einer immer größer werdenden Beliebtheit erfreuen, wollen wir Ihnen genauere Informationen zur Verfügung stellen, die Sie sicherlich bei der Findung, Entwicklung oder Verbesserung Ihrer Strategien unterstützen werden.

Im einfachsten Fall spekuliert ein Optionshändler mit Hilfe einer Call oder Put Option auf steigende oder fallende Kurse. Dies ist die einfachste Möglichkeit von diesem Finanzinstrument zu profitieren, bei Weitem aber nicht die Einzige. Optionen bieten Anlegern die Möglichkeit auch auf die Volatilität des zugrundeliegenden Basiswertes zu spekulieren. Dafür haben sich in der Finanzwelt die verschiedensten Optionsstrategien etabliert, die allerdings relativ komplex und nicht ganz einfach zu erfassen sind.

Die Eingabe dieser Strategien stellt für Sie als CFX Kunde kein Problem dar. Mit dem CFX TraderPRO oder dem Saxo TraderGO senden Sie Ihre Optionskombinationen mit nur einer Order über das Optionskombinationsmodul ab, in dem Sie sogar die Möglichkeit haben bereits vorgefertigte Strategien einfach nur noch auszuwählen. Da aber jeder Trader verstehen sollte was genau hinter diesen Strategien steckt, sollten Sie sich auf jeden Fall unsere eigens für Sie angefertigten Zusammenfassungen durchlesen.

 

Die wichtigsten Optionsstrategien im Überblick:

-         Covered Call

-         Protective Put

-         Bull Spread / Hausse-Spread („Senkrecht“ im CFX TraderPRO)

-         Bear Spread / Baisse Spread („Zurück/Verhältnis“ im CFX TraderPRO)

-         Bull-Time-Spread („Kalender“ im CFX TraderPRO) / Bear-Time-Spread

-         Straddle

-         Strangle

-         Butterfly Spread („Schmetterlingsformation“ im CFX TraderPRO)

-         Iron Butterfly

-         Condor Spread

-         Iron Condor

-         Diagonaler Spread

 

Covered Call:

Ziel: Prämie einer verkauften Call Option erhalten und Kursgewinne im Basiswert realisieren (bis zur Grenze des Ausübungspreises der verkauften Call Option)

Erwartung: Seitwärts laufende oder leicht steigende Kurse im Basiswert

Max. Gewinn: Prämie der verkauften Call Option + Kursgewinn des Basiswertes

Max. Verlust: Potentieller Kursverlust des Basiswertes – Prämie, potentiell entgangener Kursgewinn - Prämie

Beschreibung:

Der Covered Call, oder auch gedeckte Kaufoption, stellt im Grunde ein Sicherungsgeschäft dar. Man kauft einen bestimmten Basiswert (oder besitzt ihn bereits) und verkauft eine Call Option auf diesen Basiswert mit einem Ausübungspreis der über dem Basiswert liegt. Notiert der Basiswert am Ausübungsdatum über dem Ausübungspreis der verkauften Call Option wird die Option ausgeübt und der Stillhalter (in diesem Fall Sie) muss seine Aktien an den Optionskäufer liefern. Die Optionsprämie behält er dennoch und macht Gewinn in Höhe der Differenz des Ausübungspreises minus dem Bezugspreis des erworbenen Basiswertes. Bei einem seitwärts laufenden oder fallenden Kurs bis zum Ausübungsdatum behält man die Prämie des verkauften Calls (da dieser wertlos verfällt) und seinen Basiswert. Dies stellt den gewünschten Fall dar. Ideal wäre es natürlich, wenn der Kurs des Underlyings leicht steigt, also so weit, dass die Option noch nicht ausgeübt wird, der Basiswert aber dennoch an Wert zugewinnt. Allerdings birgt diese Strategie auch Risiken. Da der Basiswert bei steigenden Kursen zum vereinbarten Ausübungspreis an den Käufer der Call Option ausgeliefert wird, dieser aber am Markt nun mehr erzielen könnte, besteht die Gefahr, dass bei stark angestiegenen Kursen dieser entgangene Gewinn die erzielte Optionsprämie und Kursdifferenz zwischen Ausübungspreis und Preis des Basiswertes bei Kauf übersteigen kann.

Beispiel maximaler Gewinn:

Sie erwerben 100 Apple Aktien zu einem Kurs von 213. Gleichzeitig verkaufen Sie eine Call Option auf Apple mit einem Ausübungspreis von 220. Sie erhalten eine Prämie von 900 USD. Steigt nun der Kurs bis zum Tag der Ausübung auf genau 220 an, notiert die Option am Geld und Sie haben 900 USD Prämie kassiert, sowie Aktien mit einem Kursgewinn von 700 USD (220 USD – 213 USD = 7 USD x 100 Aktien), also insgesamt einen Gewinn von 1.600 USD (700 USD + 900 USD) realisiert (wenn man alle Transaktionskosten unberücksichtigt lässt).

Beispiel maximaler Verlust:

Sie erwerben 100 Apple Aktien zu einem Kurs von 213. Gleichzeitig verkaufen Sie eine Call Option auf Apple mit einem Ausübungspreis von 220. Sie erhalten eine Prämie von 900 USD. Steigt nun der Kurs bis zum Tag der Ausübung auf 240 an, wird die Call Option ausgeführt und Sie müssen Ihre Aktien an den Optionskäufer liefern. Die Prämie von 900 USD behalten Sie zwar dennoch, die Aktien konnten Sie allerdings lediglich mit einem Gewinn von 700 USD (inklusive Prämie 1.600 USD) verkaufen, hätten aber am Markt einen Gewinn von 2.700 USD realisieren können, wenn Sie die Call Option nicht verkauft hätten. Umgekehrt tragen Sie natürlich auch das volle Kursrisiko der Wertentwicklung der Aktie. Fällt der Kurs der Apple Aktie auf 100, wäre Ihr Verlust 10.400 USD (11.300 USD – 900 USD). Das Risiko bzw. der potentielle Gewinn der Ihnen entgeht ist also vorher kaum kalkulierbar.

Vorteile:

-         Rendite auf Basiswert und Option

-         Gewinnmöglichkeiten bei stagnierenden oder leicht steigenden Kursen

Nachteile:

-         Eventuelle Kursgewinne im Basiswert werden limitiert

-         Volles Verlustrisiko bei Kursrückgängen im Basiswert

 

Protective Put:

Ziel: Kursgewinne des Basiswertes vereinnahmen

Erwartung: Steigende Kurse im Basiswert

Max. Gewinn: Kursanstieg des Basiswertes – bezahlte Prämie

Max. Verlust: Prämie der gekauften Put Option + evtl. Kursunterschied zwischen dem Kaufkurs des Basiswertes und dem Ausübungspreis der Put Option

Beschreibung:

Bei einem ebenfalls sehr beliebten Optionsgeschäft, dem Protective Put handelt es sich, wie beim Protective Call auch, um ein abgesichertes Optionsgeschäft. Sie erwerben einen Basiswert und eine Put Option. Durch den Kauf der Put Option sind Sie vor fallenden Kursen geschützt. Sie haben sich also auf jeden Fall den Ausübungspreis der Put Option gesichert, abzüglich der dafür bezahlten Prämie. Sollte der Kurs Ihres Basiswertes steigen, profitieren Sie von den Kursgewinnen, abzüglich der für die Option bezahlten Prämie. Fallen die Kurse, ist Ihr Verlust lediglich auf die Optionsprämie begrenzt und den eventuellen Unterschied zwischen dem Kaufkurs des Basiswerts und dem Ausübungspreis der Put Option.

Beispiel maximaler Gewinn:

Sie kaufen 100 Daimler Aktien zu einem Kurs von 46 € und eine Put Option mit einem Ausübungspreis von 46 €. Sie bezahlen für die Aktien 4.600 € und für die Option eine Prämie von 450 €. Der Kurs der Daimler Aktie kann nun unbegrenzt ansteigen. Ihr Gewinn beläuft sich auf den aktuellen Kursstand minus Ihren Einstiegskurs abzüglich der 450 € Prämie die Sie für die gekaufte Put Option bezahlt haben. Generell ist der Gewinn in diesem Fall unbegrenzt. Würde also die Daimler Aktie am Tag des Verfalls der Put Option bei 55 stehen, hätten Sie einen Kursgewinn von 900 € (55 € - 46 €) x 100 Aktien und ein Gesamtergebnis von 900 € - 450 € = 450 € realisiert.

Beispiel maximaler Verlust:

Sie kaufen 100 Daimler Aktien zu einem Kurs von 46 € und eine Put Option mit einem Ausübungspreis von 46 €. Sie bezahlen für die Aktien 4.600 € und für die Option eine Prämie von 450 €. Fällt nun der Kurs am Ausübungstag auf 30, wäre der Verlust ohne diese Strategie (46-30) x 100= 1.600 €. Mit dem Protective Put beträgt Ihr Verlust lediglich 450 € (Optionsprämie). Die Aktien selbst können für den zuvor gekauften Preis wieder verkauft werden. Sie bewahren sich also vor einem Verlust in Höhe von (1.600 € - 450 €) 1.150 €.

Vorteile:

-         Basiswert ist vor fallenden Kursen geschützt

-         Gewinnmöglichkeiten sind theoretisch unbegrenzt

Nachteile:

-         Für den Kauf der Put Option wird eine Prämie fällig

 

Bull Spread / Hausse-Spread („Senkrecht“ im CFX TraderPRO):

Ziel: Kursdifferenz abzüglich gezahlter Prämie vereinnahmen.

Erwartung: Steigende Kurse im Basiswert

Max. Gewinn: Differenz zwischen dem Strike der verkauften Call Option und der gekauften Call Option abzüglich der bezahlten Prämie

Max. Verlust: Bezahlte Prämie

Beschreibung:

Bei einem einem Bull Spread / Hausse-Spread kaufen Sie eine Call Option und verkaufen gleichzeitig eine Call Option auf denselben Basiswert mit der identischen Laufzeit aber einem anderen Ausübungspreis (einem höheren Ausübungspreis als bei der gekauften Option). Die gekaufte Call Option hat einen niedrigeren Ausübungspreis als die verkaufte Call Option.

Kauf Call Option, Laufzeit 1 Monat, Strike: 20

Verkauf Call Option, Laufzeit 1 Monat, Strike: 25

Beispiel maximaler Gewinn:

Sie kaufen eine Call Option auf Apple mit einem Ausübungspreis von 212,5 USD und verkaufen eine Call Option auf Apple mit einem Ausübungspreis von 215 USD. Dieses Konstrukt kostet Sie eine Prämie von 128 USD. Steigt nun der Kurs der Apple Aktie bis zum Ausübungstag auf 215 USD haben Sie die Möglichkeit Ihre Option auszuüben und die Aktien für 212,5 USD zu kaufen. Die verkaufte Option notiert genau am Geld. Sie kaufen also Ihre Aktien für 212,5 USD und verkaufen diese am Markt oder an den Käufer der Option für 215 USD. Ihr Gewinn (ohne Berücksichtigung der Transaktionskosten) beträgt somit 21.500 USD – 21.250 USD = 250 USD – 128 USD (Prämie) = 122 USD.

Beispiel maximaler Verlust:

Sie kaufen eine Call Option auf Apple mit einem Ausübungspreis von 212,5 USD und verkaufen eine Call Option auf Apple mit einem Ausübungspreis von 215 USD. Dieses Konstrukt kostet Sie eine Prämie von 128 USD. Sinkt nun der Kurs der Apple Aktie bis zum Ausübungstag auf 200 USD verfällt sowohl Ihre als auch die Option des Käufers wertlos. Beide Parteien könnten die Apple Aktien am Markt günstiger einkaufen. Dadurch bleiben Sie auf der bezahlten Prämie von 128 USD sitzen.

Vorteile:

-         Begrenzter Verlust

Nachteile:

-         Der maximal mögliche Gewinn ist begrenzt

 

Bear Spread / Baisse-Spread („Zurück/Verhältnis“):

Ziel: Erhaltene Prämie vereinnahmen

Erwartung: Fallende Kurse im Basiswert

Max. Gewinn: Erhaltene Prämie

Max. Verlust: Differenz zwischen den beiden Ausübungspreisen abzüglich der vereinnahmten Prämie

Beschreibung:

Das Ziel dieser Strategie ist es, auf fallende Kurse im Basiswert zu spekulieren. Man kauft und verkauft gleichzeitig jeweils eine Call Option mit identischen Laufzeiten aber unterschiedlichen Ausübungspreisen. Der Ausübungspreis der gekauften Call Option ist höher als der Ausübungspreis der verkauften Call Option. Dadurch erhält man eine Prämienzahlung.

Kauf Call Option, Laufzeit 1 Monat, Strike: 25

Verkauf Call Option, Laufzeit 1 Monat, Strike: 20

Beispiel max. Gewinn:

Sie verkaufen eine Call Option auf Apple mit einem Ausübungspreis von 215 und kaufen eine Call Option auf Apple mit einem Ausübungspreis von 217,5. Für diese Optionskombination erhalten Sie eine Prämie von 355 USD. Wenn der Kurs der Apple Aktie am Ausübungstag auf 212 fällt werden Sie Ihre Call Option nicht ausüben. Der Käufer Ihrer Call Option wird seine Option ebenfalls nicht ausüben, da es für ihn günstiger ist für 212 am Markt zu kaufen als für 215 mit der Option. Die Prämie die Sie erhalten haben beträgt 355 USD und kann von Ihnen in vollem Umfang einbehalten werden.

Beispiel maximaler Verlust:

Sie verkaufen eine Call Option auf Apple mit einem Ausübungspreis von 215 und kaufen eine Call Option auf Apple mit einem Ausübungspreis von 220. Für diese Optionskombination erhalten Sie eine Prämie von 239 USD. Wenn der Kurs der Apple Aktie am Ausübungstag auf 225 steigt, werden Sie Ihre Call Option ausüben. Der Käufer Ihrer Call Option wird seine Option ebenfalls ausüben, da es für ihn günstiger ist für 215 zu kaufen als für 225 am Markt. Sie kaufen also die Apple Aktien für 220 USD, erhalten vom Optionskäufer 215 USD und landen bei einem Verlust von 500 USD. Die Prämie behalten Sie, womit Ihr Endergebnis einen Maximalverlust von 261 USD ausweist.

Vorteile:

-         Maximaler Verlust ist begrenzt und vorher bekannt

Nachteile:

-         Gewinn ist auf die erhaltene Prämie begrenzt

 

Bull-Time-Spread („Kalender“ im CFX TraderPRO) / Bear-Time-Spread:

Ziel Bull-Time-Spread: Eine Prämie vereinnahmen, um die Kosten der Prämie für den Kauf einer anderen Option zu senken

Erwartung Bull-Time-Spread: Kurs des Basiswertes läuft seitwärts bis zum Ausübungstag der verkauften Option und steigt dann an

Max. Gewinn Bull-Time-Spread: Differenz zwischen dem Marktpreis des Underlyings und dem Ausübungspreis der gekauften Option abzüglich der gezahlten Prämie

Max. Verlust Bull-Time-Spread: Ausübungspreis der verkauften Option minus Kurs des Basiswertes am Ausübungstag minus bezahlter Prämie

Beschreibung:

Beim Bull-Time-Spread wird eine Call Option die aus dem Geld ist gekauft und eine Call Option mit dem gleichen Ausübungspreis aber einem anderen Verfallstag der näher am aktuellen Datum liegt verkauft. Da bei diesem Konstrukt eine Put-Call-Parität besteht kann ein Bull-Time-Spread sowohl mit Call Optionen, als auch mit Put Optionen aufgebaut werden. Man spricht dann von einem Bear-Time-Spread. Die Konstruktion eines Bull-Time-Spread kostet Sie eine gewisse Prämie. Im Idealfall stagniert der Kurs oder sinkt leicht ab bis der Verfallstag der verkauften Option erreicht ist. Liegt der Kurs am Verfallstag der verkauften Option unter deren Ausübungspreis, verfällt diese Option wertlos und Sie müssen nicht liefern. Dadurch behalten Sie die Prämie, die Ihnen die für die gekaufte Option bezahlte Prämie zu einem Teil finanziert. Steigt der Kurs anschließend an, und liegt am Verfallstag über dem Ausübungspreis Ihrer gekauften Call Option, haben Sie die Möglichkeit Ihre Option auszuüben, die Aktien günstiger einzukaufen und zum aktuell höheren Marktpreis wieder zu verkaufen.

Kauf Call Option, Laufzeit 3 Monate, Strike: 20

Verkauf Call Option, Laufzeit 1 Monat, Strike: 20

Beispiel Bull-Time-Spread maximaler Gewinn:

Sie verkaufen eine Call Option für Aktie X mit einer Laufzeit von 1 Monat und einem Ausübungspreis von 20 für eine Prämie von 3. Gleichzeitig kaufen Sie eine Call Option auf dieselbe Aktie X mit einer Laufzeit von 3 Monaten und einem Ausübungspreis von ebenfalls 20 für eine Prämie von 5. Sie bezahlen für diese Optionskombination eine Prämie von 2. Einen Monat später am Verfallstag der verkauften Call Option steht der Kurs bei 18. Die Option verfällt wertlos, da der Optionskäufer die Aktie X am Markt für 18 kaufen kann und nicht für 20 kaufen wird. Die Prämie von 3 wird voll von Ihnen vereinnahmt. Nun steigt die Aktie stetig an und erreicht nach weiteren 2 Monaten am Verfallstag Ihrer Option einen Kurs von 25. Sie üben Ihre Option aus, kaufen Die Aktie X für 20 und verkaufen diese am Markt für 25. Der Kursgewinn von 5 plus die kassierte Prämie von 3 machen zusammen einen Gewinn von 8 abzüglich der gezahlten Prämie von 5 ergibt einen letztendlichen Gewinn von 3 (ohne Berücksichtigung der Transaktionskosten). Allerdings stellt dies nur ein Beispiel dar. Theoretisch könnte der Kurs der Aktie X, nachdem die verkaufte Call Option wertlos verfallen ist, auch viel höher steigen. An sich ist also der mögliche maximale Gewinn unbegrenzt.

Beispiel Bull-Time-Spread maximaler Verlust:

Würde der Kurs in unserem Beispiel am Ausübungstag der verkauften Call Option weit über 20 liegen, würde die Option ausgeübt werden. Sie müssen also die Aktie X zu dem dann gültigen Kurs, egal wie hoch dieser auch ist, kaufen und für 20 an den Optionskäufer abgeben. Somit ist der Verlust nahezu unbegrenzt. Sie verlieren die Differenz aus Ausübungspreis der verkauften Option und dem aktuellen Kurs der Aktie X. Fällt der Kurs danach wieder ab und lässt Ihre Option wertlos auslaufen verlieren Sie den nicht kalkulierbaren Kursverlust und die bezahlte Prämie für die von Ihnen gekaufte Option. Diese Strategie ist somit mit einem hohen Risiko verbunden.

Gewinn:

-         Kann einen Anteil der für die gekaufte Option fälligen Prämie finanzieren

-         Die gekaufte Option bietet die Chance von unbegrenzten Gewinnen, nachdem die verkaufte Option wertlos verfallen ist

Verlust:

-         Verlust ist nicht begrenzt und vorher nicht bekannt

 

Straddle:

Ziel: Kursgewinne abzüglich bezahlter Prämie vereinnahmen

Erwartung: Der Kurs des Basiswertes wird bis zum Ausübungsdatum sehr stark nach oben oder unten ausschlagen

Max. Gewinn: Kurs des Basiswertes am Ausübungstag minus Ausübungspreis minus bezahlte Prämie

Max. Verlust: Bezahlte Prämie

Beschreibung:

Ein Straddle stellt eine Optionskombination dar, die auf sehr starke Kursbewegungen spekuliert. Dabei ist es irrelevant ob diese Bewegung nach oben oder unten stattfindet. Die Optionskombination ist so aufgebaut, dass der Trader eine Call Option und eine Put Option mit identischen Laufzeiten und Ausübungspreisen kauft. Findet nun eine starke Bewegung statt, erhöht sich der Wert dieses Konstrukts. Bleibt diese lange Zeit aus, verliert die Kombination Ihren Zeitwert und bringt maximal den Verlust der bezahlten Prämie mit sich. Der Gewinn dagegen ist im Prinzip unbegrenzt. Bei sehr starken Kursanstiegen oder Kursrückgängen kann mit dieser Kombination ein sehr hoher Gewinn realisiert werden.

Kauf Call Option, Laufzeit 1 Monat, Strike: 20

Kauf Put Option, Laufzeit 1 Monat, Strike: 20

Aktueller Kurs Basiswert: 20

Beispiel maximaler Gewinn:

Sie kaufen eine Call Option auf die Aktie X und einem Ausübungspreis von 20. Sie bezahlen eine Prämie von 4. Gleichzeitig kaufen Sie eine Put Option auf die Aktie X mit derselben Laufzeit und ebenfalls einem Ausübungspreis von 20. Dafür bezahlen Sie eine Prämie von 6. Nun steigt die Aktie X bis zum Ausübungszeitpunkt auf 40 an und verdoppelt somit Ihren Kursstand. Sie üben Ihre Call Option aus, kaufen die Aktie X für 20 und verkaufen Sie am Markt für 40. Ihr Kursgewinn beträgt 20. Die Put Option verfällt wertlos. Die Prämien kosteten Sie 10. Ihr Gewinn ohne Berücksichtigung der Transaktionskosten beträgt damit 10. Wäre der Kurs der Aktie X noch höher ausgefallen, wäre auch der Gewinn entsprechend höher ausgefallen. Die möglichen Gewinne sind also theoretisch unbegrenzt. Gleiches wäre der Fall, wenn der Kurs unter 10 (Basiswert für 10 am Markt kaufen, Put Option ausüben und für 20 verkaufen = 20 -10 = 10 Gewinn – 10 Prämie = Break Even) fällt. Jeder Kurs unter 10 bringt Ihnen somit einen Gewinn der bei weiter sinkenden Kursen entsprechend ansteigt. Da die Kursentwicklung nach unten begrenzt ist, wäre der Gewinn bei fallenden Kursen nicht unbegrenzt, bei steigenden Kursen dagegen schon.

Beispiel maximaler Verlust:

Wäre der Kurs in diesem Beispiel bis zum Verfallsdatum bei 20 geblieben, wären beide Optionen wertlos verfallen und Sie hätten einen Verlust von 10 (Prämien für die gekauften Optionen) realisiert.

Vorteile:

-         Theoretisch unbegrenzte Gewinne möglich

-         Gewinne können sowohl bei steigenden als auch bei fallenden Kursen realisiert werden

Nachteile:

-         Zu zahlende Prämie ist bei dieser Kombination verhältnismäßig hoch

-         Basiswert muss stark ansteigen oder stark fallen um Gewinne zu machen

 

Strangle:

Ziel: Kursgewinne abzüglich bezahlter Prämie zu vereinnahmen

Erwartung: Der Kurs des Basiswertes wird sehr stark ansteigen oder sehr stark fallen

Max. Gewinn: Kurs des Basiswertes am Ausübungstag minus Ausübungspreis minus bezahlte Prämie

Max. Verlust: Bezahlte Prämie

Beschreibung:

Der Strangle ist ähnlich aufgebaut wie der Straddle. Man kauft eine Call Option und eine Put Option im gleichen Basiswert mit identischen Laufzeiten. Der große Unterschied liegt allerdings im Ausübungspreis. Der Ausübungspreis der Put Option ist geringer als der Ausübungspreis der Call Option. Da anders als beim Straddle, bei dem beide Ausübungspreise am Geld notieren, die Ausübungspreise des Strangle beide aus dem Geld notieren ist die Prämie die für diese Optionskombination fällig wird deutlich niedriger. Der Nachteil ist allerdings, dass die Kursbewegung die stattfinden muss um mit dieser Optionskombination Gewinn zu erwirtschaften, egal ob es nun steigende oder fallende Kurse sind, deutlich stärker ausfallen muss als beim Straddle.

Kauf Call Option, Laufzeit 1 Monat, Strike: 30

Kauf Put Option, Laufzeit 1 Monat, Strike: 20

Aktueller Kurs Basiswert: 25

Beispiel maximaler Gewinn:

Sie kaufen eine Call Option der Aktie X mit einem Ausübungspreis von 30 und bezahlen eine Prämie von 5. Gleichzeitig kaufen Sie eine Put Option der Aktie X mit einer identischen Laufzeit und einem Ausübungspreis von 20. Dafür wird Ihnen eine Prämie von 4 belastet. Notiert nun der Kurs der Aktie X am Verfallstag bei 5 üben Sie Ihre Put Option aus. Sie kaufen die Aktie für 5 am Markt und verkaufen Sie mit Hilfe Ihrer Option für 20. Der Kursgewinn beträgt ohne Berücksichtigung der Transaktionskosten 15. Abzüglich der gezahlten Prämie von 9 bleibt Ihnen ein Gewinn von 6. Rein theoretisch könnte der Kurs der Aktie X bis auf 0 fallen, was den maximalen Gewinn mit der Put Option widerspiegeln würde. Würde der Kurs der Aktie X bis zum Ausübungstag weit über 30 steigen, wäre der mögliche Gewinn theoretisch nicht limitiert.

Beispiel maximaler Verlust:

Hätte in unserem Beispiel der Kurs der Aktie X am Verfallstag unserer Optionen zwischen 20 und 30 notiert, wären beide gekaufte Optionen wertlos verfallen und Sie hätten die Prämie i.H.v. 9 als Verlust verbuchen müssen.

Vorteile:

-         Theoretisch unbegrenzte Gewinne möglich

-         Gewinne können sowohl bei steigenden als auch bei fallenden Kursen realisiert werden

-         Im Vergleich zum Straddle ist eine relativ geringe Prämie fällig

Nachteile:

-         Basiswert muss noch stärker ansteigen oder fallen als bei einem Straddle

 

Butterfly Spread („Schmetterlingsformation“ im CFX TraderPRO):

Ziel: Kursdifferenz der gekauften und verkauften Optionen abzüglich gezahlter Prämie als Gewinn zu realisieren

Erwartung: Der Kurs des Basiswertes notiert am Ausübungstag innerhalb einer gewissen Kursspanne

Max. Gewinn: Differenz zwischen den Ausübungspreisen von gekaufter und verkaufter Optionen abzüglich bezahlter Prämie

Max. Verlust: bezahlte Prämie

Beschreibung:

Ein Butterfly Spread besteht aus 4 Optionsgeschäften. Man kauft zwei „außen liegende“ Optionen und verkauft zwei „innen liegende“ Optionen. Dies könnte wie folgt aussehen:

Sie kaufen eine Call Option auf Aktie X mit einem Ausübungspreis von 15

Sie verkaufen zwei Call Optionen auf Aktie X mit einem Ausübungspreis von 17

Sie kaufen eine Call Option auf Aktie X mit einem Ausübungspreis von 19

Die Laufzeiten sind bei allen 4 Optionen identisch. Die Abstände der Ausübungspreise zwischen der ersten gekauften Call Option und den beiden verkauften Call Optionen, sowie zu der gekauften vierten Call Option sind jeweils identisch (in unserem Fall 2).

Befindet sich der Kurs des Basiswertes am Ausübungstag (unter der Annahme, dass wir eine Prämie von 1 bezahlt haben) zwischen 16 und 18 dann erzielen wir einen Gewinn.

Mit diesem Konstrukt setzt man darauf, dass sich der Basiswert am Ausübungstag innerhalb einer gewissen Bandbreite bewegt. In der Regel ist für diese Optionskombination eine recht geringe Prämie fällig. Das Risiko ist auch hier auf diese Prämie begrenzt.

Die meisten Optionstrader streben bei der Konstruktion ein Verhältnis zwischen bezahlter Prämie und maximalem Gewinn von 5- bis 10-fach an. Der maximal erzielbare Gewinn sollte also 5 - 10 mal so hoch sein, wie die Prämie die bezahlt wird. Je größer die Spanne der Ausübungspreise, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Kurs am Verfallstag innerhalb dieser Spanne bewegt, desto höher sind allerdings auch die Prämien. Hier gilt es das richtige Verhältnis zu finden.

Beispiel maximaler Gewinn:

Der maximale Gewinn wird in diesem Beispiel bei 17 realisiert. Bei Kursen unter 16 oder über 18 entsteht ein Verlust. Liegt der Kurs des Basiswertes am Verfallstag bei 17, sind die beiden verkauften Optionen am Geld. Das bedeutet für den Optionskäufer ist es egal, ob er den Basiswert am Markt kauft oder die Option ausübt. Unsere gekaufte Call Option wird ausgeübt. Wir kaufen den Basiswert für 15 und verkaufen ihn am Markt oder an den Käufer unserer verkauften Call Optionen für 17. Damit realisieren wir einen Kursgewinn von 2. Die gekaufte Call Option mit Ausübungspreis 19 verfällt wertlos. Damit landen wir bei einem Endergebnis von 2 – 1 = 1.

Beispiel maximaler Verlust:

Liegt der Kurs in unserem Beispiel bei 19 oder über 19 dann wird der Käufer der beiden Optionen seine Optionen ausüben. Sie üben Ihre Call Option ebenfalls aus, kaufen den Basiswert für 19 und verkaufen ihn an den Käufer der Optionen für 17. Sie realisieren also einen Verlust von 2. Allerdings können Sie auch Ihre Option mit einem Ausübungspreis von 15 ausüben, mit der Sie einen Gewinn von 2 machen. Diese beiden Geschäfte gleichen sich also aus. Sie haben damit nur die Prämie von 1 verloren. Liegt der Kurs des Basiswertes am Ausübungstag bei 15 oder darunter, dann verfallen alle Optionen wertlos und Sie realisieren ebenfalls die bezahlte Prämie von 1 als Verlust.

Vorteile:

-         Verlust ist begrenzt und vorher bekannt

-         Prämie die bezahlt werden muss ist verhältnismäßig niedrig

Nachteile:

-         Transaktionskosten aufgrund von 4 Optionspositionen relativ hoch

 

Iron Butterfly:

Ziel: Erhaltene Prämie als Gewinn realisieren (alle Optionen sollten wertlos verfallen)

Erwartung: Minimale Bewegung im Basiswert

Max. Gewinn: Erhaltene Prämie

Max. Verlust: Differenz der Ausübungspreise der Call / Put Optionen minus der erhaltenen Prämie

Beschreibung:

Ein Iron Butterfly bildet eine Kombination aus einem Bull Put Spread und einem Bear Call Spread. Diese Strategie ist nur dann erfolgreich, wenn die Bewegungen des Basiswertes minimal ausfallen. Aufgebaut wird der Iron Butterfly folgendermaßen:

Kauf einer Put Option, niedriger Ausübungspreis aus dem Geld

Verkauf einer Put Option, Ausübungspreis am Geld

Verkauf einer Call Option, Ausübungspreis am Geld

Kauf einer Call Option, höherer Ausübungspreis aus dem Geld

Der Gewinn dieser Optionskombination ist begrenzt. Den maximalen Gewinn realisieren Sie, wenn der Kurs des Basiswertes dem Ausübungspreis der verkauften Put Option und der verkauften Call Option entspricht. Zu diesem Kurs verfallen alle Optionen wertlos und Sie behalten die Prämie.

Der maximale Verlust ist ebenfalls begrenzt. Er tritt dann ein, wenn der Kurs des Basiswertes am Verfallstag unter dem Kurs oder am Kurs des Ausübungspreises der gekauften Put Option mit dem niedrigen Ausübungspreis liegt oder wenn der Kurs am Kurs oder über dem Kurs der gekauften Call Option mit dem höheren Ausübungspreis liegt. In diesem Fall beträgt der maximale Verlust die Differenz der Ausübungspreise der Calls minus der erhaltenen Prämie.

Bei diesem Konstrukt gibt es zwei Break-Even-Points ab denen Ihre Position in die Gewinnzone läuft. Diese beiden Punkte können Sie folgendermaßen berechnen:

Oberer Break-Even-Point: Ausübungspreis der verkauften Call Option + erhaltene Prämie

Unterer Break-Even-Point: Ausübungspreis der verkauften Call Option – erhaltene Prämie

Beispiel maximaler Gewinn:

Angenommen Aktie X hat aktuell einen Kurs von 40. Sie konstruieren Ihren Iron Butterfly wie folgt:

Kauf Put Option mit Ausübungspreis 30

Verkauf Put Option mit Ausübungspreis 40

Verkauf Call Option mit Ausübungspreis 40

Kauf Call Option mit Ausübungspreis 50

Prämie: 500

Laufzeiten aller Optionen sind identisch

Am Ausübungstag steht der Kurs der Aktie X immer noch bei 40. Alle 4 Optionen verfallen wertlos und die Prämie von 500 kann in voller Höhe vereinnahmt werden.

Beispiel maximaler Verlust:

Wäre der Kurs der Aktie X am Ausübungstag aus unserem Beispiel stattdessen bei 30, würden alle Optionen, außer der verkauften Put Option mit einem Ausübungspreis von 40, wertlos verfallen. Die Put Option würde ausgeübt werden und es würde ein Verlust von (40 – 30) x 100 = 1.000 – 500 (Prämie) = 500 entstehen. Diese Situation bringt den maximal möglichen Verlust mit sich. Genauso wäre es, wenn der Kurs der Aktie X am Ausübungstag beim Ausübungspreis von 50 der gekauften Call Option liegen würde.

Vorteile:

-         Relativ wenig Kapitaleinsatz erforderlich

-         Begrenztes und vorher bekanntes Risiko

Nachteile:

-         Relativ hohe Kommissionskosten durch die Eröffnung von 4 Optionspositionen

-         Wahrscheinlichkeit, dass der maximale Gewinn eintritt, ist sehr gering

 

Condor Spread:

Ziel: Differenz der Ausübungspreise abzüglich der gezahlten Prämie vereinnahmen

Erwartung: geringe Kursbewegungen im Basiswert (Long Condor Spread) oder starke Kursbewegungen im Basiswert (Short Condor Spread)

Max. Gewinn: Differenz der Ausübungspreise abzüglich gezahlter Prämie

Max. Verlust: Bezahlte Prämie

Beschreibung:

Mit einem Condor Spread können zwei verschiedene Strategien verfolgt werden. Bei einem Long Condor Spread setzt man auf eine geringe Volatilität des Basiswertes. Ein Short Condor Spread profitiert von großen Kursbewegungen und einer hohen Volatilität im Basiswert. Auch bei dieser Optionskombination verwendet man 4 Optionen und der Gewinn sowie der Verlust sind auch hier begrenzt. Bei einem Condor Spread ist der Kursbereich in dem der maximal mögliche Gewinn realisiert wird breiter als bei der verwandten Kombination des Butterflys, allerdings fällt der maximal mögliche Gewinn beim Condor auch kleiner aus als beim Butterfly.

Beispiel:

Long Condor Spread mit Call Optionen:

Kauf Call Option mit Ausübungspreis 45

Verkauf Call Option mit Ausübungspreis 50

Verkauf Call Option mit Ausübungspreis 55

Kauf Call Option mit Ausübungspreis 60

Prämie die bezahlt werden muss: 2,45

Laufzeiten aller Calls sind identisch

Maximal möglicher Gewinn: 2,55

Maximal möglicher Verlust: 2,45

Beispiel maximaler Gewinn:

Angenommen der Kurs des Basiswertes liegt zum Ausübungszeitpunkt bei 52,00. In diesem Fall verfällt die gekaufte Call Option mit Ausübungspreis 60 wertlos. Die verkaufte Call Option mit Ausübungspreis 55 verfällt ebenfalls wertlos. Die verkaufte Call Option mit Ausübungspreis 50 ist im Geld und wird ausgeübt. Es entsteht ein Verlust von 52 – 50 = 2. Die gekaufte Call Option mit Ausübungspreis 45 ist auch im Geld und wird von Ihnen ausgeübt. Der Gewinn beträgt 52 – 45 = 7. Insgesamt ergibt sich ein Ergebnis von 7 – 2 – 2,45 = 2,55

Beispiel maximaler Verlust:

Der maximale Verlust würde in unserem Beispiel dann eintreten, wenn der Kurs des Basiswertes zum Ausübungszeitpunkt unter 45 oder über 60 liegen würde, da dann entweder alle Optionen wertlos verfallen oder alle ausgeübt werden und man auf der bezahlten Prämie sitzen bleibt.

Vorteile:

-         Der maximale Verlust ist auf die bezahlte Prämie begrenzt

-         Mögliche Gewinne bei seitwärts laufenden Kursen oder stark volatilen Kursen möglich

-         Kursbereich in dem Gewinn gemacht wird ist breiter als beim Butterfly

Nachteile:

-         Maximal möglicher Gewinn ist begrenzt

-         Hohe Transaktionskosten aufgrund der Tatsache, dass 4 Optionspositionen eröffnet werden

-         Möglicher Gewinn kleiner als beim Butterfly

 

Iron Condor:

Ziel: Zeitwertverlust der verkauften Optionen nutzen, bei gleichzeitiger Verlust-Absicherung

Erwartung: Seitwärtsbewegung oder nur geringe Bewegung im Basiswert

Max. Gewinn: Erhaltene Prämie

Max. Verlust: Differenz der Ausübungspreise minus erhaltene Prämie

Beschreibung:

Bei einem Iron Condor kombiniert man einen Short Vertical Put Spread mit einem Short Vertical Call Spread. Das Verfallsdatum ist bei allen Optionen identisch, die Ausübungspreise unterscheiden sich allerdings. Mit dieser Strategie haben Sie die Möglichkeit auf kleine Bewegungen oder Seitwärtsbewegungen des Basiswertes zu spekulieren. Man sichert sich mit jeweils gekauften Call und Put Optionen ab und schreibt Call und Put Optionen bei denen man auf den Zeitwertverlust setzt um die erhaltene Prämie zu vereinnahmen.

Beispiel maximaler Gewinn:

Kauf Put Option mit Ausübungspreis 55

Verkauf Put Option mit Ausübungspreis 60

Verkauf Call Option mit Ausübungspreis 70

Kauf Call Option mit Ausübungspreis 75

Laufzeiten aller Optionen sind identisch

Prämie: 1

Hat der Basiswert am Ausübungstag einen Kurs von 65, verfallen alle Optionen wertlos und wir können die Prämie von 1 als Gewinn verbuchen.

Beispiel maximaler Verlust:

Liegt der Kurs des Basiswerts unter 55 werden die beiden Put Optionen ausgeübt und es entsteht ein Verlust von 4 (unter Berücksichtigung der Prämie). Die Call Optionen verfallen wertlos.

Bei einem Kurs über 75 werden die beiden Call Optionen ausgeübt und die beiden Put Optionen verfallen wertlos. Maximaler Verlust i.H.v. 4 (unter Berücksichtigung der Prämie) tritt ein.

Vorteile:

-         Gewinne bei nur geringen Kursbewegungen des Basiswertes möglich

-         Maximales Risiko ist begrenzt

Nachteile:

-         Nur begrenzter Gewinn (erhaltene Prämie) möglich

-         Transaktionskosten durch die Eröffnung von 4 Optionspositionen relativ hoch

-         Möglicher maximaler Verlust viel höher als maximal möglicher Gewinn

 

Diagonaler Spread:

Ziel: Zeitwertverlust der verkauften Option höher als bei der gekauften Option

Erwartung: Seitwärts laufende oder leicht fallende Kurse

Max. Gewinn: Kursdifferenz zwischen Basiswert und Ausübungspreis der gekauften Call Option / Put Option abzüglich der gezahlten Prämie

Max. Verlust: Ausübungspreis der verkauften Option minus Kursdifferenz des Basiswertes am Ausübungstag der verkauften Option minus bezahlter Prämie

Beschreibung:

Ein diagonaler Spread kombiniert einen Time-Spread mit einem Calender-Spread und wird aus Optionen mit unterschiedlichen Basispreisen und unterschiedlichen Laufzeiten konstruiert. Dabei werden gleichzeitig entweder Call Optionen oder Put Optionen mit unterschiedlichen Laufzeiten und Ausübungspreisen gekauft und verkauft. Die verkaufte Call oder Put Option sollte eine kürzere Laufzeit haben als die gekaufte Call oder Put Option.

Diagonaler Spread:

Verkauf Call mit Laufzeit 1 Monat und Strike 30

Kauf Call mit Laufzeit 3 Monate und Strike 35

Ergebnis: Prämie wird belastet

In der Regel liegen die 30 und 35 über dem aktuellen Kurs des Basiswertes (aus dem Geld).

Beispiel maximaler Gewinn:

Verkauf Call Option Laufzeit: 1 Monat; Strike: 30

Kauf Call Option Laufzeit: 3 Monate; Strike: 35

Aktueller Kurs Basiswert: 20

Prämie: 5

Am Fälligkeitstag der verkauften Option notiert der Basiswert immer noch bei 20. Die verkaufte Call Option verfällt wertlos. Nach diesem Datum steigt der Kurs des Basiswertes stark an. Am Ausübungstag der gekauften Option notiert der Basiswert bei 60. Sie üben Ihre Option aus, kaufen den Basiswert für 35 und verkaufen ihn am Markt für 60, was einen Gewinn von 25 zur Folge hat. Da Sie die Prämie von 5 bezahlt haben, beträgt Ihr Endergebnis 20. Theoretisch wäre, je nach Kursentwicklung auch sehr viel mehr Gewinn möglich. Der maximale Gewinn ist somit nicht begrenzt.

Beispiel maximaler Verlust:

Der Kurs des Basiswertes ist in unserem Beispiel sehr stark angestiegen und notiert am Ausübungstag der verkauften Option bei 60. Sie müssen den Basiswert am Markt für 60 beziehen und erhalten vom Optionskäufer lediglich die festgelegten 30. Ihr Verlust beträgt aktuell 30 + 5 (Prämie). Nun sinkt der Kurs wieder stark ab und liegt am Ausübungstag der von Ihnen gekauften Option bei 30. Ihre Option verfällt wertlos und Sie realisieren den Verlust von 35. Da je nach Kursentwicklung am Tag der Fälligkeit der verkauften Call Option keine Aussage über den dann herrschenden Kurs getroffen werden kann, ist das Risiko dieser Strategie potentiell unbegrenzt.

Vorteile:

-         Unbegrenztes Gewinnpotential

-         Gewinne bei stagnierenden und volatilen Kursen des Basiswertes möglich

-         Teilfinanzierung der Optionsprämie der gekauften Option möglich

Nachteile:

-         Unbegrenztes Verlustrisiko

-         Wahrscheinlichkeit eines Gewinnes aufgrund der verschiedenen Laufzeiten schwer kalkulierbar

 

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